Fragen und Antworten

Auf dieser Seite werden die häufig gestellten Fragen der Öffentlichkeit zum Verfahren beantwortet. Die Fragen werden thematisch gebündelt, so dass nicht jede einzelne Frage veröffentlicht wird. Sollten Sie eine Frage haben, die noch nicht beantwortet wurde, nutzen Sie bitte das rechts stehende Formular.

Die ersten Fragen spiegeln die Diskussion im Rahmen der Auftaktveranstaltung wider.

Wie wird das Thema Denkmalschutz im Konzept berücksichtigt?

Die Gutachter haben Erfahrung mit energetischen Konzepten in denkmalgeschützten Quartieren, z. B. in der aus Fachwerkhäusern bestehenden Altstadt in Warendorf im Münsterland. Das Konzept wird nur Maßnahmen entwickeln, die den Ensembleschutz berücksichtigen.

Wie wird die geringe bauliche Dichte und die damit verbundenen geringen Abnahmemengen bzw. langen Leitungswegen und Wärmeverlusten, beachtet?

Die geringe Siedlungsdichte ist eine wesentliche Qualität, die diese Quartiere auszeichnet. Im gezeigten Referenzprojekt Saerbeck (NRW) mit einer ähnlichen Siedlungsstruktur, ist eine entsprechende Netzstruktur vor kurzem durch infas geplant worden, wobei dort auch Industrie und Gewerbe mit versorgt werden. Das energetische Quartierskonzept ist jedoch durchaus ein ambitioniertes Projekt, welches aber auch aufgrund der möglichen Einbindung weiterer Nutzer, z.B. der Schulen und Sportanlagen, durchaus realistisch erscheint. Es werden auf Basis der Ergebnisse des Fragebogens eine Vielzahl an Maßnahmen zur Energieversorgung untersucht und keine von vornherein präferiert (z.B. Geothermie, Solarenergie, Biomasse u.a.m.). So ist u. a. auch die Nutzung von Abwärme aus dem Abwassernetzes ergebnisoffen zu prüfen.

Welchen Betrachtungsradius hat das Konzept? Werden die umliegenden Schulen und die Messe mit berücksichtigt?

Der Bereich zwischen den Siedlungen d.h. insbesondere die Schulen und Sporteinrichtungen – werden im Rahmen des Konzeptes berücksichtigt und soweit erforderlich nähergehend geprüft. Das Konzept ist in dieser Hinsicht ergebnisoffen.

Wie viele Daten werden benötigt, um eine gute Grundlage für die Erstellung des Konzeptes zu erreichen?

Es wird auf eine hohe Rücklaufquote gehofft. Bei einer geringen Rücklaufquote von nur 10 % – von der die Gutachter nicht ausgehen – kommt es dann vor allem auf die Qualität der Daten an.

Wird es Vorschläge zu Maßnahmen am Einzelhaus gegeben?

Es werden aus den Siedlungen heraus typische wiederkehrende Gebäudetypologien betrachten und beginnend bei einer Minimalvariante bis hin zur Maximalvariante Sanierungskonzepte in Form eines „Sanierungskataloges“ erstellt. Für exemplarische Gebäudetypen (bis zu 5 – 7) wird es Maßnahmenpakete mit zu erwartenden Kostenaufwendungen für die einzelnen Sanierungsmaßnahmen und den damit verbundenen Energie-/ Kostenersparnissen geben. Eine Einzelberatung kann im Rahmen des Energiekonzeptes nicht geleistet werden. Für die Erarbeitung des benannten „Sanierungskataloges“ ist es wünschenswert, bereits gemachte Sanierungserfahrungen in den Siedlungen mit einfließen zu lassen.

Welche Eingriffe in die bestehende Siedlung müssen die BewohnerInnen erwarten?

Die beauftragten Büros verfügen über umfassende Erfahrungen in der Bearbeitung von energetischen Quartierskonzepten in bestehenden Siedlungen. Es ist selbstverständlich, dass keine Verpflichtung zur energetischen Sanierung oder zum Anschluss an ein neues Energieversorgungsnetzwerk besteht. Gleichwohl ist es Ziel der Konzepterstellung, durch die Ermittlung und Darstellung wirtschaftlich und ökologisch sinnvoller Maßnahmen, die Menschen im Eichkamp und in der Siedlung Heerstraße zur Teilnahme an einer Bürgerenergiegenossenschaft zu motivieren.

Werden alle möglichen Technologien in die Betrachtung einbezogen, so auch die Geothermie?

Auch wenn die Konzeptentwicklung technologie-offen angesetzt ist, so wird insbesondere die oberflächennahe Geothermie ein wichtiger Betrachtungsgegenstand sein. Die Gutachter sind offen für Anregungen und innovative Lösungen, so lange sie wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind.

Wann haben sich die Kosten für die Energieversorgung im Durchschnitt amortisiert?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Wenn die Bewertung der unterschiedlichen Gebäudetypen, Aussagen zu möglichen Versorgungsnetzen und die Mitwirkungsbereitschaft der BewohnerInnen feststehen, werden entsprechende Aussagen gemacht werden können.

Wird bei der Untersuchung zur Geothermie auch die rechtliche Seite, d. h. das Genehmigungsverfahren oder der Grundwasserschutz beachtet?

Der genehmigungsrechtliche Aspekt wird beachtet.

Wie verhält sich der Kostenfaktor zwischen gemeinschaftlichem und individuellen Energieanschlüssen bei einem BHKW?

Sowohl die Anzahl der erforderlichen Nutzer/Energieabnehmer, als auch die Verortung und die Größe der BHKW in Verbindung mit der Wirtschaftlichkeit werden im Rahmen einer Variantenuntersuchung betrachtet.

Was empfehlen Sie denen, die in näherer Zeit den alten Ölkessel austauschen müssen?

Diejenigen, die dringend handeln müssen, sollten Ihre Heizungsanlage unabhängig vom Konzept austauschen. Sofern der Handlungsbedarf weniger dringlich ist, wird empfohlen,  die Ergebnisse des energetischen Quartierskonzeptes abzuwarten und ggf. ein gesamtheitliches Versorgungskonzept zu realisieren.

Werden im Rahmen der Konzepterstellung auch Querverbindungen zu Förderprogrammen aufgezeigt?

Zu den untersuchten Gebäudetypen wie auch für die Gesamtsiedlung werden gezielte Maßnahmen in Maßnahmenpaketen benannt. Hierzu gehört auch die Handreichung von Fördermöglichkeiten.

Wie gestalten sich Blockheizkraftwerke (BHKW) und welche Größe haben diese?

BHKWs sind aufgrund ihrer gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme energetisch besonders effizient. Kleine kompakte Anlagen haben etwa die Größe eines normalen Ölkessels. Größere Anlagern z.B. in einer Containerlösung werden häufig auf dem Grundstück von Schulen oder Sportanlagen untergebracht oder als Nebenanlage im öffentlichen Raum (optisch ansprechend gestaltet) aufgestellt und betrieben. Die Frage lässt sich nur fallbezogen beantworten. Die Anlagen sind aber aufgrund ihrer geringen Störwirkung in Wohngebiete integrierbar.

Welche Energieträger sollen für die Betreibung der BHKWs verwendet werden?

Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt selbstverständlich bei ökologisch sinnvollen Maßnahmen, d.h. es wird der Einsatz regenerativer Energiequellen geprüft.

Bestehen Kontakte zu Energieanbietern?

Kontakte zu den Energieanbietern (Vattenfall, Gasag etc.) oder Interessensanfragen für die Betreibung von Energieanlagen bestehen im Zusammenhang mit der vor uns liegenden Konzepterarbeitung noch nicht.  Die Leitungsträger werden bei der Datenabfrage in die Konzepterstellung eingebunden. Das Konzept wird ergebnisoffen unter Einbindung aller relevanten Akteure geführt.

Die folgenden Fragen sind während der Diskussion im Rahmen des zweiten Runden Tisches entstanden.

Welche Bewohnerbeteiligung an der zukünftigen Energiegenossenschaft wurde bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeitsanalysen angenommen?

Die Planer haben eine 100%ige Beteiligung angesetzt, wobei ihnen bewusst ist, dass wohl nicht sofort alle Immobilienbesitzer bei der ganzheitlichen Quartierslösung teilnehmen werden. Deshalb wurden kleinräumigere Konzepte entwickelt, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass die meisten Bewohner teilnehmen werden.

Wurden Fördermittel in der Wirtschaftlichkeitsanalyse mit einberechnet?

Der KWK-Zuschuss sowie Mittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurde mit einberechnet. Weitere zusätzliche Fördermittel die eventuelle gewährt werden, sind nicht in die Rechnung eingegangen. Ergänzung von Herrn Viernickel: Das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat gerade soeben  seine Unterstützung für das Kopernikus-Forschungsprojekt mit einem 2-stelligen Millionenbetrag beschlossen. Es ist gut möglich, dass unser Modellvorhaben von diesen Mitteln profitiert.

Welche thermischen Auswirkungen werden die im Boden verlegten Leitungen verursachen?

Die Niedertemperaturleitung gibt nahezu keine Wärme nach außen ab. Bei dem HT-Netz sind Temperaturschwankungen von 3 Kelvin möglich. Negative Auswirkungen auf den Naturhaushalt sind jedoch nicht zu erwarten.

Inwiefern wurde bei der Preisvergleichsrechnung der Anstieg des Ölpreises berücksichtigt?

Eine Rohölpreissteigerung wurde in der Berechnung berücksichtigt. Jedoch ist darauf hinzuweisen, dass sich eine Preissteigerung oder generell eine Preisveränderung auf beide Versorgungsvarianten auswirkt. Sowohl auf die gemeinschaftliche Versorgungslösung mittels Geothermie und Erdgas-BHKW als auch auf eine privatbetriebene Heizungsanlage haben Öl- und Gaspreisveränderungen Auswirkungen. Allerdings wirken Preisschwankungen am Energiemarkt deutlich geringer auf die Gemeinschaftslösung Geothermie und BHKW, da hier 75 % der benötigten Wärme aus der Umwelt gewonnen werden und damit unabhängig von Preisveränderungen der fossilen Energieträger sind. Gerade bei zukünftig wieder ansteigenden Energiepreisen, wird die vorgestellte gemeinschaftliche Versorgungslösung nochmals deutlich wirtschaftlicher als eine Einzelversorgung auf Basis fossiler Energieträger.

Weshalb muss sowohl ein NT- als auch ein HT-Netz verlegt werden?

Das HT-Netz wird durch das BHKW mit Wärme gespeist. Die Vorlauftemperatur beträgt ca. 80 °C. Die Wärme im HT-Netz entsteht bei der Stromerzeugung durch das BHKW als Nebenprodukt. In den Häusern, die an das HT Netz angeschlossen sind, ist keine Wärmepumpe erforderlich. Der vom BHKW produzierte Strom wird für den Antrieb der Wärmepumpen in den jeweiligen an das NT-Netz angeschlossenen Häusern genutzt. Die Wärmepumpen haben eine Arbeitszahl von 3 bis 4 was bedeutet, dass die vom BHKW in Form von Strom zur Verfügung gestellte Energie vervierfacht wird. Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Die 3 kWh Wärme die mit den Wärmepumpen in den Häusern  erzeugt werden, beziehen die Wärmepumpen aus dem Niedertemperaturnetz. In dem Niedertemperaturnetz zirkuliert Wasser mit einer Temperatur von ca. 12 °C. Allein ein HT-Netz ist nicht zu empfehlen, da auf Grundlage der Entfernungen und relativ geringen Siedlungsdichte relativ hohe Wärmeverluste einhergehen.

Die Aufteilung von HT- und NT-Netz ergibt sich somit zu 75% NT (3 kWh Umweltwärme) und 25% HT (1 kWh Strom und 1 kWh Abwärme).

Wurden die unterschiedlichen Sanierungsstandards der Gebäude berücksichtigt?

Die Berechnungen beziehen sich auf den derzeitigen Wärmeverbrauch nach Angaben des Fragebogens und weiterer Präzisierung der Analyseergebnisse. In den folgenden, noch vertiefenden Untersuchungen wird dies weiterhin berücksichtigt.

Wie hoch ist die Bereitschaft der öffentlichen Akteure?

Bei einzelnen Akteuren ist die Bereitschaft sehr groß, bei andern eher verhalten. Viele öffentliche Nutzer haben langfristige Energieversorgungsverträge. Diese Verträge sowie die Einsparungsmöglichkeiten der öffentlichen Einrichtungen müssen noch genauer geprüft werden. Erst dann ist eine abschließende Antwort möglich.

Wie viele Haushalte können derzeit mit einem NT-Netz beheizt werden?

Technisch gesehen können alle Objekte mit einem NT-Netz und einer im Gebäude installierten Wärmepumpe versorgt werden. Die Wärmepumpen können ohne Probleme Vorlauftemperaturen von 60 °C bereitstellen. Um das Ganze wirtschaftlich zu gestalten, sind allerdings die aktuell hohen Vorlauftemperaturen des hauseigenen Heizkreislaufes zu reduzieren. Hierfür gibt es mehrere technische Möglichkeiten. Von der Einstellung flacherer Heizkurven in der Heizkreisregelung bis hin zum Einbau von Flächenheizungen oder Radiatoren mit kleinen Lüftern. Die Trinkwarmwasserbereitung mittels der Wärmepumpe ist problemlos möglich. Die beste hygienische Variante hierfür ist ein Brauchwasserspeicher in welchem das Trinkwasser mittels eines innenliegenden Edelstahl Trinkwasserwärmetauschers erzeugt wird. Da es bei diesem System zu keiner Bevorratung von warmem Trinkwasser kommt, dürfen auch die Warmwassertemperaturen unter 60 °C liegen, was deutlich die Wärmeverluste des Warmwasserspeichers und der hausinternen Warmwasser- und Zirkulationsleitungen reduziert.

Sind die Kosten der Wärmepumpeninstallation bereits in der Kostenrechnung enthalten?

Ja, sowohl die Anschaffungs-, Instandhaltungs- als auch die Stromkosten für die Wärmepumpen liegen der Berechnung zugrunde.

Das Blockheizkraftwerk produziert kontinuierlich Strom; wird der überschüssige Strom in das öffentliche Netz eingespeist?

Durch die feinabgestimmte Reglungstechnik ist es möglich, die Stromproduktion entsprechend dem Stromverbrauch der Wärmepumpen zu regeln. Die Stromproduktion entspricht somit dem Stromkonsum, überschüssiger Strom wird nicht produziert.  Die wirtschaftlichere Variante auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben zur Vergütung von eingespeistem Strom ist es, den Strom selbst in den Häusern durch die Wärmepumpen zu verbrauchen.

Haushalte, die mit Niedertemperaturanlagen (Fußboden- und Wandheizung) betrieben werden können, profitieren anderen Haushalten gegenüber. Inwiefern ist ein Ausgleich möglich?

Es gibt durchaus Möglichkeiten im Rahmen einer Genossenschaft solche Aspekte zu berücksichtigen. Diese Themen sollen später vertiefend aufgegriffen werden.

Durch welche Gesellschaftsrechtsform soll die Zusammenarbeit gesichert werden?

Dies wurde bislang nicht erörtert. Erst nachdem die grundsätzliche Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Projektes nachgewiesen ist (was ja der Fall zu sein scheint) und sich ausreichend Bewohner für eine Konzeptumsetzung und Genossenschaftsgründung bereit erklären, kann gemeinsam erarbeitet werden, welche Rechtsform die Umsetzung am besten sichert.
Verschiedene Gesellschaftsformen wie z.B. eine GmbH oder bei einer kleinräumigen Lösung auch eine GbR oder eine GmbH & Co. KG sind möglich und an vielen Orten bereits Realität. Bei einer gemeinsamen Investition in die Gesamt-Anlage biete sich die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft an.

Sind die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen bereits analysiert worden? Ist zum Beispiel die Durchquerung des öffentlichen Straßenraumes möglich?

Das Tiefbauamt teilte bei einer ersten Anfrage mit, dass höchsten an wenigen Stellen eine Querung des öffentlichen Straßenraums möglich ist. Jedoch will das aktuelle Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm neue Wege ermöglichen und ist gewillt solche Projekte, wie dies der Siedlungen Eichkamp/Heerstraße, zu unterstützen. Dies ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Die Senatsverwaltung empfiehlt einen Projektsteckbrief eines konkreten Beispiels bei ihnen (bei der Oberen Verkehrsbehörde) einzureichen. Es ist derzeit viel im Umbruch und Einzelfalllösungen sind durchaus möglich. Die Politik hat Interesse, dass das Quartierskonzept der Siedlung Eichkamp/Heerstraße später als Referenzbeispiel für weitere Projekte dient.

Die Durchquerung der hinterliegenden Gärten bzw. die Nutzung der Wirtschaftswege, stellt eine Alternativlösung dar; jedoch ist diese aus ökonomischen Gründen hinsichtlich des längeren Leitungsweges und damit geringerem Wirkungsgrad nicht zu favorisieren bzw. muss weiter untersucht werden.

Können mehrere Gebäude mit einer Wärmepumpe versorgt werden?

Ja, es bietet sich an, das Wasser von bis zu 4 Häusern mit einer Wärmepumpe aufzubereiten, wenn diese Häuser in unmittelbarer Nähe zueinander liegen. Alternativ können diese  4 Häuser auch mit jeweils einer Wärmepumpe und einer gemeinsamen Wärmequellenanlage versorgt werden.

Werden die Ergebnisse der Studie publiziert, gibt es eine Broschüre oder werden die Ergebnisse im Internet veröffentlicht?

Die Ergebnisse werden vorerst über diese Webseite veröffentlicht. Zudem wird ein Endbericht erstellt. Dieser kann zu einem späteren Zeitpunkt eingesehen werden.

Die folgenden Fragen wurden auf dem Blog der Siedlung Heerstraße (http://blogsiedlungheerstrasse.twoday.net) gestellt.

DSK/infas ermittelte für die Siedlungshäuser ein durchschnittlicher Energieverbrauch von 155 KW/m² und Jahr. Wurden die Angaben klimabereinigt, also die Temperaturschwankungen von Winter zu Winter herausgerechnet?

Der durchschnittliche Energieverbrauch in den Quartieren liegt bei 155 kWh/m²a, eine Klimabereinigung ist bei der Betrachtung nicht erfolgt. Die Verbrauchsdaten wurden auf Grundlage der Angaben aus den Fragebögen ermittelt. Diese entsprechen dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Eine Klimabereinigung der Werte wurde nicht durchgeführt.

Auf welchen Wert in KW/m² und Jahr muss der Energieverbrauch (durch Wärmedämmung und technischen Maßnahmen) abgesenkt werden, damit der Temperatur-Bedarf für die Heizung auf 50°C sinken kann? Wie hoch müssen für diese Maßnahmen die Investitionen sein, um dieses Ziel zu erreichen?

Hierzu lässt sich keine spezifische Aussage treffen, da jedes Gebäude unterschiedliche Voraussetzungen hat. Es ist für jedes Gebäude im Vorfeld eine Heizlastberechnung durchzuführen auf deren Grundlage ein Maßnahmenplan erstellt werden sollte.

Ist die Wärmebedarfs-Absenkung insgesamt in der Dimensionierung der Geothermie-Brunnen und der BHKWs einkalkuliert oder fällt dann der Betrieb aus der Wirtschaftlichkeit heraus?

Es ist keine Wärmebedarfs-Absenkung einkalkuliert worden, da für jedes Gebäude im Vorfeld eine Heizlastberechnung durchzuführen ist, auf deren Grundlage ein Maßnahmenplan erstellt werden sollte.

Kann das Projekt eines Tages unrentabel werden infolge anhaltend niedrigerer Energiepreise (Heizöl, Gas, Strom, Wasserstoff). Die avisierte Endteilnehmerzahl könnte dann nicht erreicht werden, etwa weil die noch nicht teilnehmenden Hauseigentümer bei ihrer alten Heizung bleiben oder gar zu innovativen (heute noch nicht rentablen oder noch nicht ausgereiften) Wärmeerzeugern wechseln und so die Energiegenossenschaft in die roten Zahlen gerät.

Unter veränderten Markt- und Projektbedingungen kann vieles passieren. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden dazu unterschiedliche Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Die Teilnehmerzahl (Anschlussgrad) ist einer der sensibelsten Parameter. Um im Versorgungsgebiet eine hohe Teilnehmerzahl zu erreichen werden kleine Nachbarschafts- oder Insellösungen vorgeschlagen, diese sollten dort entstehen wo alle bzw. viele mitmachen. Eine Quartierslösung erscheint aktuell nur unter Einbindung nennenswerter Fördermittel sinnvoll bzw. wirtschaftlich tragfähig.

Welche Mindestteilnahme ist erforderlich im Bereich Eichkamp, im Bereich Heerstraße für den Start des Projekts?

Die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, Nachbarschafts- oder Insellösungen sollten dort realisiert werden wo es eine große Teilnehmerzahl auf engem Raum gibt. Die Quartierslösungen kommen dagegen nur unter Einbindung von nennenswerten Fördermitteln in Frage. Die Mindestteilnehmerzahl für ein Nachbarschaftsmodell wäre nach der Leistung z.B. einer Integralsonde und  einem BHKW zu bemessen. 30 kW Erdwärme werden mit COP=3 zu 40kW thermisch, das genügt für 2 Einfamilienhäuser à 20 kW Heizlast, die benötigen 10 kW elektrisch aus einem BHKW, dass dann 20 kW thermisch hätte und mit Gaskessel 1-2 Gebäude mit Hochtemperaturwärme (> 30 kW Heizlast) versorgt.

Welche Flächen stehen für die Wärmegewinnung aus der Erde und für die BHKWs zur Verfügung?

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden noch keine Standorte für die BHKWs und Geothermie identifiziert oder festgelegt. Die Standorte und der Flächenbedarf müssen im Rahmen der nächsten Planungsschritte betrachtet werden.

Müssen überall sowohl die Leitungen für das Niedertemperaturnetz (NT-Netz für Geothermie-Wärme) als auch für das Hochtemperaturnetz (HT-Netz für Abwärme aus den BHKWs) in den Siedlungsstraßen verlegt werden?

Es werden entweder Leitungen für das HT-Netz oder Leitungen für das NT-Netz verlegt. In keinem Fall erfolgt eine parallele Verlegung von HT- und NT-Netz. Über das HT-Netz soll in kurzer Distanz um das BHKW versorgt werden und über das NT-Netz in der Fläche.

Welche Häuser werden mit Hochtemperatur, welche mit Niedertemperatur beliefert? Vorrang für Hochtemperatur sollten die Häuser haben, für die eine ausreichende Wärmedämmung aus bautechnischen Gründen und wegen des Denkmalschutzes schwierig oder nicht möglich ist wie z.B. die Häuser des I. Bauabschnitts der nordwestlichen Heerstraßensiedlung.

Auch dies ist in den nächsten Planungsschritten zu betrachten.

Ein BHKW sollte aus technisch-wirtschaftlichen Gründen das ganze Jahr über in Betrieb sein. Was geschieht mit der BHKW-Wärme und dem BHKW-Strom im Sommer?

Hierzu ist keine pauschale Aussage möglich. Generell sollte ein BHKW so viele Betriebsstunden wie möglich erreichen. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist ab einer Größenordnung von ca. 5.000 h pro Jahr bei entsprechender Wärmeabnahme und Eigenstromnutzung gegeben. Im Sommer kann es durch geringe Wärmeabnahme zu Stillstandzeiten des BHKW kommen. Die hohen Laufzeiten sind jedoch nur bei Anschluss einer öffentlichen Liegenschaft möglich. Falls keine öffentlichen Liegenschaften eingebunden werden können, läuft das BHKW möglicherweise nur 2.500 h/a (Gleichzeitig zu den Wärmepumpen). Ein wirtschaftlicher Betrieb hängt dann von einer hohen Eigenstromnutzung ab. Dies kann über Regelungstechnik und entsprechende Speicherlösungen erreicht werden.

Die Folgenden Fragen wurden während der Abschlusspräsentation gestellt:

Gibt es bei einer Insellösung eine einheitliche Erhebung der Energiebedarfe der Interessenten?

Die Verbrauchsdaten wurden auf Grundlage der Angaben aus den Fragebögen ermittelt. Diese entsprechen dem Durchschnitt der letzten drei Jahre. Eine Klimabereinigung der Werte wurde nicht durchgeführt. Soweit eine Insellösung weiter entwickelt und initiiert wird, sollte für die weitere Planung und Dimensionierung eine Aufnahme des Wärmebedarfs der beteiligten Abnehmer erfolgen.

Das Haus Eichkamp eignet sich als Ort für die Unterbringung eines größeren BHKW.

Für den Fall, dass sich eine Nachbarschafts- oder  Insellösung um das Haus Eichkamp ergibt, wurde diese Möglichkeit in Betracht gezogen.

Können bei der Umsetzung der Insellösung später mehrere Inseln zusammengelegt werden?

Die Möglichkeit einzelne Inseln zusammenwachsen zu lassen ist durchaus gegeben. Jedoch sollte dies im Rahmen der weiteren Planung geprüft werden, ein Zusammenschluss ist nur möglich, wenn Erzegung und Netze für die einzelnen Inseln und den Zusammenschluss richtig dimensioniert werden.

Welche BHKW Laufzeiten wurden bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung im Konzept berücksichtigt?

Bei den Quartierslösungen wird von einer Laufzeit  > 5.000 Stunden ausgegangen. Bei kleineren Nachbarschaftslösungen wird die Laufzeit entsprechend der Wärmepumpen auf ca. 2.500 Betriebsstunden reduziert um einen hohen Eigenstromverbrauch nahe 100% zu realisieren.

Im Konzept ist von der Versorgung von 75% der Gebäude mit einem Niedertemperaturnetz die Rede. Sind die 75% Ziel oder Status quo?

Die 75 % ergeben sich aus den physikalischen Voraussetzungen von Wärmepumpen, welche in der Regel aus 1 Einheit Exergie (Strom) rund 3,5 Einheiten Anergie (Umweltwärme) aus der Umgebung auf ein höheres Temperaturniveau heben, so dass im Idealfall 4,5 Energieeinheiten als Wärme genutzt werden können. Das Verhältnis von Exergie zu Anergie ist in diesem Fall ca. ¾  sprich 75%.

Im Konzept wird nur die oberflächennahe Geothermie als Möglichkeit dargestellt. Wurde Tiefengeothermie auch betrachtet?

Unter oberflächennaher Geothermie werden Bohrungen bis zu 100 m Tiefe zusammengefasst. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie gehen wir von Bohrungen bis zu 30 m Tiefe aus.

Welche Vorlauftemperatur kann garantiert werden?

Wärmepumpen sind in der Lage aus dem NT-Netz Vorlauftemperaturen von bis zu 65°C zu liefern. Jedoch leidet hierunter der Wirkungsgrad der Anlagen (Strombedarf Wärmepumpen).

Eine Vorlauftemperatur von 60-65°C scheint nicht realisierbar.

Diese ist technisch möglich aber mit höheren Wärmegestehungskosten verbunden. Bei der weiteren Planung von Nachbarschafts-, Insel- und Quartierskonzepten muss für jedes Gebäude eine angemessene Vorlauftemperatur gewählt werden, um entsprechend Sanierungsstand des Gebäudes genügend Wärmebedarf anzusetzen.

Ist eine Wärmedämmung oder die Installation größerer Heizkörper günstiger?

Dies kann pauschal nicht beantwortet werden, da je Gebäude für die weitere Planung und Realisierung eine Einzelfallbetrachtung durchgeführt werden sollte. Dies bedeutet, dass für jedes Gebäude eine Heizlastberechnung durchgeführt werden muss, auf deren Grundlage die sinnvollsten Sanierungsmaßnahmen aufgestellt werden. Die Nutzung von Flächenheizungen hat grundsätzlich den Vorteil, dass mit geringeren Vorlauftemperaturen versorgt werden kann und damit weniger Strombedarf für die Wärmepumpe vorhanden ist sowie geringere Netzverluste im Gebäude.

Wie verhält es sich mit dem Genossenschaftlichen Einlagekapital bei einer Insellösung, bei z. B. 30 Teilnehmern?

Für die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft muss ein Businessplan erstellt werden. Wesentliche Frage ist dabei welche Investitionen erforderlich sind, welche laufenden Kosten anfallen und welche Erlöse die Genossenschaft aus dem Vertrieb der Wärme erzielt. Die Finanzierung der Investitionen kann aus der Kapitaleinlage der Genossen, Fremdkapital (Bankendarlehen) und ggf. aus einer Beteiligung eines strategischen Investors (Energieversorger, Stadtwerk oder Energiedienstleister) erfolgen. In welcher Höhe Einlagen der Genossen erfolgen, muss zukünftig entschieden werden.

Wie ist der Strompreis des BHKW?

Der Strompreis des BHKW wurde nicht näher betrachtet, da im Rahmen der Machbarkeitsstudie die Wärmelieferung (Ermittlung Wärmegestehungskosten und anlegbarer Wärmepreis) betrachtet wird. Strom aus dem BHKW soll nicht vermarktet werden sondern in der Kundenanlage (HT-Netze, NT-Netze, Geothermieanlagen, Wärmepumpen) in Eigenstromnutzung verbraucht werden.

Welche Schritte sind für eine Fördermittelakquirierung nötig und wie ist der Zeithorizont?

Durch die Siedlungsvereine, DSK und infas wird aktuell die Einbindung von Fördermitteln geprüft und dazu gibt es verschiedene laufende Gespräche. In Frage kommen aktuell eine Förderung im Rahmen des Förderprogramms Solares Bauen / EnEff Stadt, Kopernikus und KfW-Zuschuss für das Sanierungsmanagement.

Wie verhält es sich beim BHKW mit Strom und Wärme im Sommer?

Im Sommer erfolgt über die Netze eine Versorgung mit Wärme für Warmwasser. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie sind dazu im Sommer andere Lastgänge berücksichtigt worden.

Wie sicher ist die Aussage zur Sondernutzung des öffentlichen Straßenlandes? Fallen Gebühren für die Sondernutzung des öffentlichen Straßenlandes an?

Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (SenStadtUm) wurde eine konkrete Konzeptbeschreibung mit Plänen zur Prüfung eingereicht. Wir haben eine schriftliche Aussage von SenStadtUm (Abteilung VII – Verkehr) erhalten, die uns bestätigt, dass nichts gegen die geplante Verlegung der Leitungen im öffentlichen Straßenland spricht. Insbesondere vor dem Hintergrund der zurückhaltenden Äußerungen des Tiefbauamtes des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, werten wir diese Bestätigung des Senats als großen Teilerfolg. Eine Aussage zu den Gebühren der Sondernutzung liegt uns derzeit nicht vor.

Gibt es konkrete Zahlen zu den Wärmepreisen bei einer Anschlussquote von 20%?

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde für alle Varianten eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Dabei wurde der Anschlussgrad variiert (20, 40, 60, 80, 100 % Anschlussgrad) und der Effekt auf den anlegbaren Wärmepreis betrachtet. Für die Quartierslösungen ist der Wärmepreis bei einem 20% Anschlussgrad jenseits von 16 Cent/kWh und damit sicherlich kein wettbewerbsfähiger Wärmepreis. Außerdem wurde eine Sensitivitätsanalyse für die Einbindung von Fördermitteln durchgeführt, um zu betrachten welchen Effekt Anschubfinanzierungen auf den Wärmepreis haben.

Gibt es Anreize bzw. gesonderte Beratung für Pioniere?

Es wird aktuell geprüft, ob ein Sanierungsmanagement über die KfW finanziert werden kann. Durch das Sanierungsmanagement gäbe es eine Vor-Ort Beratung für alle interessierten Anwohner. Inwieweit die Pioniere (also ersten Mitmacher) besondere Anreize erhalten ist noch unklar, dies muss in den weiteren Planungsschritten bzw. beim Erarbeiten des Businessplans für die Bürgerenergiegenossenschaft entschieden werden.

Wie sieht die Mindestteilnehmerzahl bei einer Nachbarschafts- bzw. Insellösung aus?

Mindestteilnehmerzahl einer Nachbarschaftslösung wäre nach der minimalen installierten Leistung zu bemessen also z.B. einer Integralsonde für die Geothermie: Diese hat eine Anschlussleistung von 30 kW Erdwärme, mit einem COP=3 der Wärmepumpe sind dies bis zu 40kW thermisch, das genügt für 2 Einfamilienhäuser à 20 kW Anschlussleistung. Die benötigen 10 kW elektrisch für die Wärmepumpen werden dann aus einem BHKW erzeugt das zusätzlich 20 kW thermisch hat und einen Gaskessel für 1-2 Gebäude mit Hochtemperaturwärme (> 30 kW Heizlast).

Können die Teilnehmer der Fragebogenerhebung eine Rückmeldung zu klimabereinigten Verbräuchen erhalten?

Unter dieser Rubrik „Fragen/Antworten“ ist ein Faktor bekannt gegeben, um die Verbräuche klimabereinigt zu ermitteln. Dies kann jeder Bewohner selber durchführen. Soweit zukünftig ein Sanierungsmanagement angeboten wird, wird der Sanierungsmanager dabei beratend unterstützen.

 

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