Projektplan

Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Wärmeversorgung im Quartier Eichkamp/Heerstraße
Januar 2021

Zur Machbarkeitsstudie.

Die zukünftige Wärmeversorgung: Große Klimawirkung durch gemeinsames Handeln

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat das Ingenieurbüro DME Consult aus Rosenheim im September 2020 damit beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für eine weitestgehend regenerative genossenschaftliche Wärmeversorgung zu erarbeiten. Dabei ging es sowohl um die technische als auch um die wirtschaftliche Machbarkeit. Kurz vor Weihnachten hat DME Consult erste Ergebnisse präsentiert. Danach kann die Wärmeversorgung noch klimafreundlicher werden als bisher angenommen.

Wärmeversorgung von Anfang an im Sommer auf Niedertemperaturniveau

Im Sommer brauchen die Haushalte nur Wärme zur Warmwasserbereitung aus dem Netz. Während dieser Zeit wird beträgt die Temperatur im Netz 65°, in den Häusern kommen 55° an. Das ist in Einfamilienhäusern für die Trinkwasserhygiene ausreichend. Im Winter ist eine Vorlauftemperatur von 73° im Netz vorgesehen, sodass den Anschlussnehmer*innen im Winter eine hausseitige Temperatur von 65° im Heizkreislauf garantiert werden kann.
Dadurch kann man von vornherein mehr erneuerbare Wärme in das Netz zu integrieren als zuvor geplant, nämlich mithilfe einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die gesamte Wärmearbeit im Sommer übernehmen, d.h. der Biomassekessel wird dann gar nicht laufen. Er springt erst an, wenn die Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht mehr ausreicht, in der Regel im Oktober. Dadurch wird Biomasse gespart. Der Gesamtanteil regenerativer Energiegewinnung liegt über das Jahr betrachtet bei 91 Prozent! Die Luft-Wasser-Wärmepumpe wird zur Hälfte mit Strom aus den PV-Anlagen auf dem Dach der Heizzentrale betrieben. Einer der Gaskessel ist ein Spitzenlastkessel und läuft nur bei Minusgraden, der andere ist eine reine Absicherung für den Fall, dass der Biomassekessel ausfällt. Das Heizhaus wird voraussichtlich auf einem jetzigen Parkplatz an der Waldschulallee gebaut.

Investition in die Zukunft

Die Trassen des Wärmenetzes sollen aus hochgedämmten Stahldoppelrohren mit einer Lebensdauer von ca. 50 Jahren bestehen. Sie sind so ausgelegt, dass in Zukunft, wenn die Häuser besser gedämmt sind und weniger Heizenergie brauchen, die Vorlauftemperaturen noch weiter abgesenkt werden können. Wird

Im ersten Bauabschnitt müssten sich 65 Prozent der Anlieger/innen an der Wärmetrasse an das Netz anschließen.

Das sind 160 Haushalte im nördlichen Eichkamp. Sonst wird das Projekt nicht wirtschaftlich. Für die Siedlung Heerstraße bietet die netzgebundene Versorgung in Zukunft ebenfalls sehr gute Möglichkeiten. Dort ist ein zweiter Bauabschnitt geplant, wenn der erste erfolgreich ist.

Eine nicht-gewinnorientierten Genossenschaft kann die bestmögliche ökologische Lösung zum bestmöglichen Preis zu liefern

Die oben beschriebene technische Auslegung erzeugt höhere Investitionskosten als permanent warme Netze mit ausschließlicher Biomassenutzung. Deswegen muss an anderer Stelle gespart werden. Eine nicht-gewinnorientierte Genossenschaft als Betreiber gibt Preisvorteile und Einsparungen direkt an die Wärmekund/innen weiter, die gleichzeitig Genossen und Genossinnen sind. Eine Genossenschaft ist demokratisch organisiert nach dem Prinzip: ein Mitglied, eine Stimme.

Die Genossenschaft, die sich im Quartier gründen wird, strebt eine Zielkostenkalkulation an.

Der Wärmemischpreis wird bei 12 Cent netto betragen, die Hausanschlusskosten inkl. Baukostenzuschuss bei ca. 12.000 €. Dabei sind verschiedene Tarifmodelle möglich. Die Preise befinden sich zurzeit noch in der internen Diskussion.